Amtshaus St. Blasien Über uns GAK Vorstand Verein Kaiserbühne
Am heutigen Standort des Amtshauses erwarb das Kloster St. Blasien im Schwarzwald 1549 durch Tausch ein kleines Haus. Der Mönch Gregorius Roggenmann aus der sanblasianischen Probstei Wislikofen hatte dem Kloster sein Vaterhaus in Kaiserstuhl übereignet. 1807 wurde das Kloster aufgehoben. 1809 liessen sich die Mönche in St. Paul im Lavanttal/Kärnten nieder. Im dortigen Klosterarchiv wird die älteste, 1255 ausgestellte Urkunde zur Kaiserstuhler Stadtgeschichte aufbewahrt.
Das Amtshaus wurde in zwei Etappen erbaut. Der erste Teil wurde 1563 unter dem Abt Caspar Molitoris (Kaspar Müller, *1504, †1571) fertiggestellt, der zweite Teil im Jahr 1612 unter Abt Martin Meister (*1560, †1625). Auffälligstes Merkmal sind die Treppengiebel: Das waren äussere Merkmale von Häusern von Amtsträgern. Das St. Blasien hatte zu dieser Zeit allerdings keine wirklichen Rechte in Kaiserstuhl. Das Amtshaus diente als Sitz des Klosterschaffners. Hier wurde der Zehnte aus den umliegenden (geschenkten) Besitztümern gelagert. Dazu dienten drei Gewölbekeller und ein grosses Dachgeschoss. Die riesige Fassadenfläche wird durch zwei umlaufende, vorkragende Kafferngesimse unterteilt. Sie markieren die Stockwerkhöhen und schützen die Aussenwand vor herablaufendem Wasser.
Im Dachgeschoss sieht man, wo früher ein doppeltüriges Aufzugstor angebracht war. Die im Dachgeschoss erhaltenen, aus der Giebelwand hervorspringenden Konsolen dienten ursprünglich als Auflager für Klebedächer, welche die Maueröffnungen vor Regen schützten.
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FASSADENSANIERUNG, PLANUNGS- UND BAUPROZESS
1. Planerwahl: Der Vorstand der Genossenschaft Amtshaus beauftragte die Firma Fontana & Fontana AG, um ein Team, bestehend aus Verputzfachleuten, spezialisierten Malern, Baumeistern & Restauratoren für die Sanierungsdurchführung zusammenzustellen. Massgebend für die Anfrage an Fontana & Fontana waren die Referenzen der Firma.
2. Baurechtliche Aspekte: Das Amtshaus wurde 1961 unter kantonalen Schutz gestellt. Die Unterschutzstellung seitens Bund erfolgte 1985. Die geplanten Unterhaltsarbeiten bzw. baulichen Massnahmen werden mit der Kantonalen Denkmalpflege Aargau abgesprochen.
3. Ist-Zustand: Auf Grund des Bauzustands 1983 und der damaligen Befunde, wurde durch die GAK, die Baufachleute, die Restauratorin und die Denkmalpflege beschlossen, mit historischen Baumaterialien zu arbeiten. Ganz offensichtlich ist es diesem Umstand und der sorgfältigen Restaurierung 1983/84 zu verdanken, dass auch nach 40 Jahren keine sehr bedeutenden Schäden am Mauerwerk entstanden sind. An einigen Stellen gibt es Schäden an der Fassade. Generell sind Sockelbereich und Treppengiebel betroffen. Entlang der Gesimse und der Fenstereinfassungen sind Sandsteinabplatzungen zu verzeichnen. Teils Malereien an der Südfassade sind instabil geworden.
4. Konzept für die Sanierung: Zur Vorbereitung der Fassadensanierung wurden Sickerleitungen eingebaut und das Haus gewaschen. Defekte Grund- und Deckputze wurden entfernt und neu aufgebaut. Die Farbgebung der Fassade, der Malereien und der Eckquader-Malerei wurde im gleichen Stil wiederhergestellt. Bezüglich der Dachabschlüsse wurden die Seitenbleche wie bisher Unterputz in die Treppengiebel geführt, ohne Fugenabschlüsse.
5. Definitionen für das Konservierungs- und Sanierungskonzept: Sehr entscheidend war – wie vor 40 Jahren – die Materialwahl. Unterlagen über die Restaurierung 1983/84 waren vorhanden. Erweiterte Abklärungen bezüglich verwendeter Materialien erfolgte über Laboranalyse. Die Malereien an der Südfassade wurden nach Befund saniert und so natürlich und gleichzeitig stabil wie möglich. Mehrschichtiger Grundputz mit definierten Verputzzeiten. Verputzflächen der Wand und dem Stein folgend, ohne Latte. Dachabschlüsse: Diverse Kupfer An-und Abschlüsse. Holzwerk roh, keine Farbe. Sämtliche Arbeiten auschliesslich nach denkmalpflegerischen Vorgaben.
6. Ausführung: Die Arbeiten wurden durch rund 80 beteiligte Personen, aus zumeist lokalen Betrieben und in enger Begleitung durch die Kantonale Denkmalpflege Aargau in den Jahren 2023-2025 ausgeführt.